ADHS
bei Kindern und Erwachsenen

Infos zum Störungsbild und multimodalem Therapiekonzept
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Eine Modediagnose? Eine originelle Persönlichkeitsvariante? Eine psychische Störung? Oder gar eine Krankheit?

ADHS ist keine Krankheit wie Masern oder Mumps, die man eindeutig nachweisen oder ausschließen kann. ADHS hat eher Ähnlichkeit mit Übergewicht oder Bluthochdruck. Wenn man davon zuviel hat, wird es kritisch.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist die Gesundheit eines Menschen „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens".

In diesem Sinne ADHS dann behandlungsbedürftig, wenn die Ausprägung der Symptome zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Leistungsbereich und Sozialbereich führen. Auch wenn der Betroffene darunter leidet oder gar weitere psychische Störungen (Suchtgefahr, Depressionen, Aggressivität) die Folge sein könnten.

Modediagnose?

Wie Krankheit bzw. Störung definiert wird, hat auch etwas mit den gesellschaftlichen Normen zu tun. In unserer Wohlstandsgesellschaft ist Schlankheit modern und attraktiv. In anderen Kulturen schätzt man eher Mollige. In unseren Breiten erwartet man Selbstdisziplin, Pünktlichkeit, Tischmanieren, Besonnenheit, Stillsitzen können usw. Es gibt aber Bevölkerungen, wenn man dort diese Maßstäbe anlegen würde, könnte man die Hälfte davon zum ADHS-Test schicken.

Originelle Persönlichkeitsvariante?

So wie man auch mit ein paar Pfunden zuviel ganz gut leben kann, so kann in gemäßigter Ausprägung ADHS durchaus eine interessante "Persönlichkeitsvariante" sein, die "Farbe in das Leben bringt". Häufig haben diese Menschen auch sehr positive Eigenschaften: Ideenreichtum, künstlerische Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn.

Es gibt berühmte Menschen, die mit einer sehr ausgeprägten "ADHS-Persönlichkeit" sehr erfolgreich waren. So wie der "Querdenker" Winston Churchill als Politiker, der "Zerstreute Professor" Bill Gates als Informatiker und der "Kreativschaffende" Wolfgang Amadeus Mozart als Komponist.

Psychische Störung?

Nur leider sind die meisten Menschen keine Mozarts, sondern müssen zur Schule gehen und dort gut aufpassen, fleißig lernen und langweilige Hausaufgaben machen. Um ihre Brötchen zu verdienen müssen sie einen Beruf erlernen, früh aufstehen und sorgfältig und zuverlässig arbeiten. Sie müssen die Steuererklärung pünktlich abgeben, ihre Wohnung selber in Ordnung halten und beim Auto rechtzeitig das Öl nachfüllen. Und um im sozialen Bereich nicht zum Außenseiter zu werden, muss man sich den gesellschaftliche Normen und Erwartungen anpassen.

Wenn also die Ausprägung der ADHS-Symptome die Leistungsfähigkeit so beeinträchtigt, dass Schule, Ausbildung, Beruf und der Erwerb von Alltagskompetenzen gefährdet ist, Sozialbereich (Familie, Nachbarschaft, Mitschüler, Freunde, Kollegen usw.) beeinträchtig ist, das Selbstwertgefühl leidet oder weitere psychische Störungen (Suchtgefahr, Depressionen, Agressivität) die Folge sein könnten, ist dringender Handlungsbedarf geboten.

ADHS ist schon im Struwwelpeter beschrieben

ADHS wird eine psychische Störung genannt, die schon im Kindesalter beginnt. Entscheidend für die Diagnose ist,

  • dass die Ausprägung der Symptome ist nicht alters- und entwicklungsgemäß ist
  • die Ursache nicht in einer anderen psychischen Störung oder Erkrankung zu finden ist
  • dass die Störung schon im Vorschulalter begonnen hat
  • dass sie ausdauernd ist, d.h. mindestens schon länger als 6 Monate lang anhält
  • dass sie in mehr als einem Lebensbereich auftritt (z.B. zu Hause, im Klassenzimmer, im Verein).
Symptome Kennzeichen Diagnose

Leitsymptome ADHS

Die medizinisch definierten Symptome sind

  1. Aufmerksamkeitsschwäche,
  2. impulsives Verhalten und
  3. manchmal auch Hyperaktivität.

Die Ausprägung ist unterschiedlich und schon im „Struwwelpeter-Bilderbuch“ vor über 150 Jahren treffend illustriert.

Leitsymptome

ADHS im Alltag

Einschlafschwierigkeiten sind häufig. Bedingt durch die Regulationsstörungen (aufgedreht sein, nicht mehr "auf den Teppich“ kommen) kann das Gehirn schlecht abschalten.

Alltagsschwierigkeiten

ADHS in Comic und Kinderliteratur

Schon in der alten Kinderliteratur oder auch neueren Comics sind treffende Episoden von Kindern mit ADHS ähnlichen Symptomen beschrieben. Sich die mal anzusehen und die Reaktionen der Bezugspersonen zu beobachten, das ist interessant und kann manchmal sogar als Vorbild dienen.

ADHS in der Kinderliteratur

Nach der Abklärung durch einen Facharzt (Kinderpsychiater, spezialisierter Kinderarzt) oder auch der Frühförderstelle ist eine multimodale Therapie ideal. Darunter versteht man ein Behandlungskonzept, das sich aus einer Kombination unterschiedlichster Bausteine, je nach individueller Symptomatik und Problematik des Kindes, zusammensetzt.

Therapie, Therapieziele und Fördermaßnahmen

Ein ADHS Kind ist eine große Herausforderung. Bei aufgestellten Regeln wird immer wieder getestet, ob sie wohl noch gelten. Eltern geraten dabei oft an die Grenzen ihrer Kräfte, umso wichtiger ist das rechtzeitige "Auftanken". Von Freunden, Verwandten und den Erziehern im Kindergarten kommen gut gemeinte Ratschläge, die sich jedoch oft nicht als wirksam erweisen. Manchmal auch Vorwürfe und Schuldzuweisungen, die die Eltern, meist die Mutter, zusätzlich belasten.

Erziehung - Familie - Geschwister

Positive Eigenschaften bei ADHS

Durch die ständigen Auseinandersetzungen geraten die liebenswerten Eigenschaften des Kindes manchmal ganz aus dem Blick. Alles dreht sich nur noch um die Konflikte. Umso wichtiger ist es, die Stärken und Fähigkeiten des Kindes sich immer wieder vor Augen zu stellen.

Positive Eigenschaften

ADHS Kinder und der nachmittägliche Kampf mit den Hausaufgaben. Er gefährdet den Familienfrieden und zehrt an den Nerven. Vor allem die hohe Ablenkbarkeitmacht ihnen zu schaffen. Die Ursache dafür ist die hohe Reizoffenheit und der mangelnde Reizfilter, also die Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem trennen.

Lernen, Hausaufgaben und Konzentration

Manchmal verringern sich die Probleme beim Älterwerden. Aber nicht immer wächst es sich aus. Viele Menschen erkennen im Erwachsenenalter erst, was ihnen in der Kindheit das Leben erschwert hat. Vor allem, wenn sie irgendwann eigene Kinder haben, bei denen ähnliche Probleme auftauchen.

Erwachsene mit ADHS