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Gestaltungstherapie

Außer den genannten Therapiezielen werden hier noch besondere Schwerpunkte gesetzt. Ein „ADHSler“ befindet sich durch eine Überreaktion des Nervensystems und mangelndem Reizfilter oft auf einem hohen Erregungs- und Spannungslevel. Das Kind soll sich vor allem lernen sich dabei selbst einzuschätzen, zu beobachten, sich kennen und steuern zu lernen, um so mit seiner „Besonderheit“ besser umgehen zu können.

 Es soll beobachten:

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Wann fängt meine Unruhe meistens an?

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Wie und wodurch wird sie ausgelöst?

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Was kann ich tun, damit ich über die Unruhe, und nicht die Unruhe über mich bestimmt?

Ein kurzes Praxisbeispiel meiner Kollegin mit Marc 14 Jahre:

Wir reflektieren den Tag. M. wird aufgefordert: „Nimm mal ein Instrument und spiel mal wie heute dein Tag war.“ M. agiert und ich versuche auf einer Papierrolle eine Erregungskurve darzustellen, zu dem, was die Musik an Gefühlen vermittelt. Dann spiele ich meinen Tag. Das Kind malt zu Gehörtem. Gemeinsam schauen wir die Ergebnisse an. Man kann man deutliche Unterschiede erkennen. M. fällt auf, dass in meiner Kurve deutlich mehr Ruhephasen sind und meint: „Oh Mann! Solche Phasen hätte ich auch gerne.“  „Wir wollen mal schauen, ob es in deinem Bild auch solche Phasen gibt!“, und entdecken einige kleine Punkte. „Was war da?“ „Was hat dich da zur Ruhe gebracht?“ „Ja, in dem Augenblick habe ich das und das gemacht.“ Er stellt fest, dass er die größte Unruhe spürt, wenn er still sitzen muss und sich selbst nicht spüren kann. In Bewegung geht es ihm deutlich besser, also beim Fahrrad fahren, Fußball spielen, Karatetraining. Im Therapieverlauf erfährt er, wie er sich mit oft  einfachen Maßnahmen vor Unruhe und Übererregung schützen kann. Er meint dass er da nicht zuviel sehen darf (optische Ablenkung) und baut sich eine Ruhehöhle. Dabei probiert er aus, welche Gegenstände dabei nützlich und hilfreich sind und welche er besser lässt. Er beobachtet, dass er sich besser konzentrieren kann, wenn er Kaugummi kauend an einem Stehtisch lernt, oder baumelnd in der Hängematte, oder auf der IKEA Banane balancierend.

Mit einem Tetraband erleben wir, wie sich zwischenmenschliche Spannungen körperlich nachvollziehen lassen. „Wir ziehen jetzt beide am Tetraband und machen das mal so stark, wie auch die Spannung zwischen dir und deinem Lehrer ist."  Hier kann er körperlich nachvollziehen, was Spannungen sind und wie sie sich anfühlen. Nämlich „tierisch anstrengend!“ Wie können wir die Spannungen abbauen? Indem wir beide aufeinander zugehen. (Wenn nur einer zugeht, kann der andere zurückweichen und die Spannung bleibt weiter bestehen). Wie könnte das Aufeinanderzugehen in deiner Situation aussehen?

Das Ziel ist, dass Marc sich selber und seine Reaktionen immer besser kennen lernt und für seine Befindlichkeit selbstverantwortlich sorgt. Dass er rechtzeitig erkennt, wenn es im Begriff ist wieder „brenzlig“ zu werden. Dass er „Herr im eigenen Hause“ wird. Auch wenn der Therapieverlauf „drei Schritte vor und zwei zurück ist“, so geht es doch zwar langsam, aber immerhin in die richtige Richtung.

Im Programm „Semnos“ (Literaturttipp rechts) wird diese Methode erläutert. 

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Literaturtipp



 

Dyskalkulie Offline: "Lernen in der Hängematte" Ein heilpädagogisches Förderkonzept bei Dyskalkulie - Rechenschwäche und ADHS 
 www.adhs.de / www.matheschwaeche.de
Stand: 18. December 2006